Pressemitteilung

Wir freuen uns, vom 21. bis zum 26. September erneut an einer der größten und wichtigsten Kunstmessen Asiens, der Korean International Art Fair KIAF teilnehmen zu können.

Ausstellungskonzept

Möchte man eine Verbindung zwischen fernöstlicher und abendländischer Kunst herstellen, interagieren zunächst die unterschiedlichsten Weltsichten und Haltungen.
Erste Formen der Begegnung werden in der Regel beschrieben mit Begriffen wie „Annäherung“, „gegensätzliche Pole“ und „Dialog“.
In diesem Ausstellungskonzept möchten wir insbesondere den Begriff „Dialog“ herausstellen. Indem wir jeweils drei Koreanische und drei Deutsche künstlerische Positionen verbinden beziehen wir uns auf das bereits geknüpfte Netzwerk zwischen diesen Positionen. Damit soll die Ausstellung eine interkulturelle Begegnung werden.
Harry Meyer behandelt in seinen Landschaftsgemälden Themen wie die Beziehungen zwischen den Welten und bezieht sich in einer parallelen Werkgruppe auf Themen wie die Transzendentalität oder die Menschwerdung. In der Auseinandersetzung mit diesen wichtigen Themen erweitert Harry Meyer Malerei zu einer persönlichen Haltung. Auf ähnliche Weise behandelt der koreanische Keramiker Kim, Mun-Ho natürliche Materialien und kulturelle Bräuche. Er versucht, die Einflüsse, die die Natur auf sein Arbeitsmaterial, den Ton, nimmt sichtbar zu machen und diese mit Zurückhaltung zu behandeln. Auch Christopher Lehmpfuhl bezieht sich auf die Einflüsse der Natur, insbesondere auf das natürliche Licht. Indem er den impressionistischen Gedanken fortführt legt er besonderen Wert auf die Wiedererkennbarkeit eines speziellen Ortes ausschließlich anhand der spezifischen Lichtbedingungen. Auf diesem Weg möchte er das abstrakte Phänomen „Licht“ darstellen. Abstrakte Dinge darzustellen ist auch ein wichtiges Thema innerhalb des Werkes von Koo, Ja-Hyun. Mit einem geometrischen Formenvokabular erreicht er eine Malerei der Einfachheit und mit Hilfe der Möglichkeiten von Malerei und Graphik sucht er danach, abstrakte und philosophische Themen wie Harmonie oder Spiritualität darzustellen.
Auch der deutsche Künstler Werner Knaupp versucht diese Herausforderungen anzunehmen. Im Laufe seines Lebens hat er sich immer wieder extremen menschlichen und natürlichen Erfahrungen ausgesetzt.
Vor diesem Hintergrund ließ er Kunstwerke entstehen, die die Fragen nach den Grenzen der menschlichen Existenz diskutieren. Lee U’fan’s Arbeiten bringen hingegen die östliche und die westliche Hemisphäre von Anfang an zusammen. Auf der einen Seite ist seine Malerei traditionell verwurzelt, auf der anderen Seite ist sie beeinflusst von den Lehren des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Mit dem Bewusstsein, dass die Präsentation von Dingen der Realität näher kommt als die Erschaffung von Dingen, begann Lee bereits vorhandene Objekte zu zeigen und betonte dabei deren Qualitäten und Beziehungen zueinander. Aber im Gegensatz zu westlichem Minimalismus oder der Konzeptkunst haben seine Arbeiten stets eine traditionelle Basis. Sein graphisches Werk und seine Malerei hingegen abstrakte Phänomene wie Raum und Zeit.
Diese unterschiedlichen Kontexte zwischen den sechs vorgestellten Künstlern aus Fernost und dem Westen zeigen die Tatsache an, dass, trotz unterschiedlichen Bildungskanons, viele Verbindungen zwischen diesen Kulturen existieren. Es könnte möglich sein, mit dieser Ausstellung diesen interkulturellen Dialog fortzuführen.
KIAF 2011 East-West Dialog